Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 25.11.10

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Der Bunker bei Google Earth: Truppenmannschaftsbunker-Variante Rüsselsheim 2, Opelwerke.kmz

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Der Bunker bei Virtual Earth: Truppenmannschaftsbunker-Variante Rüsselsheim 2, Opelwerke (momentan nur West -und Nordansicht)

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Bunker 2 / Ost 1945

Der Bunker während der Fertigstellung 1944 (Nordseite)...

Der Bunker in den 1960er Jahren (Südseite)...

Diese Variante besitzt keinen Lüftungsturm auf dem Dach. Dafür wurde jedoch einer der beiden seitlich angebauten Schornsteine mit einer umliegenden Verbreiterung versehen. Die Dächer der Vorbauten zeigen eine relativ starke Deckengefälleschicht auf. Die Abschlussdecke ist im Gegensatz zu den anderen Bunkern dieses Typs mit enormen 4,00 Metern und zusätzlicher Gefälleschicht von 0,45 Metern dachmittig ausgeführt. Eine Hälfte des Bunkers ist zudem unterkellert. Die beiden Betonüberkragungen der erhöhten Vorbaueingänge liegen nicht in einer Flucht ausgerichtet. Überkragung West ist nördlich ausgerichtet angebaut, Überkragung Ost ist südlich ausgerichtet angesetzt.

Risse des Bunkers. Interessant ist das Kellergeschoss unter einer Hälfte des Bauwerkes. Eventuell ein Zusatzeingang vom Bereich der Bahnschienen aus? Oder eine Art Fluchtgang im Keller?

 
Größere Kartenansicht

"Während des Zweiten Weltkrieges stellte die Firma Opel mit dem 3-Tonnen-Lkw Typ Blitz „S“ (Standard) den wichtigsten Lastwagen der Wehrmacht her. Neben der Blitz-Lkw-Produktion und der Motorenfertigung wurden in den Fabrikhallen von Opel in Rüsselsheim Teile für Raketen und Torpedos, sowie Komponenten für die Junkers Ju 88 und Messerschmitt Me 262 hergestellt. Bis 1943 waren in Rüsselsheim über 18500 Personen beschäftigt; im Juli und August 1944 wurden die Werke in Rüsselsheim und Brandenburg durch alliierte Luftangriffe stark beschädigt, im Januar 1945 erreichte im Zuge der katastrophalen Rohstofflage diese Zahl mit knapp 6000 Beschäftigten einen Tiefpunkt."

Die Tatsache der Torpedofertigung wird die Genehmigung der Kriegsmarine hervorgerufen haben, hier zwei ihrer sonst nur an Küstenstandorten errichteten Werkluftschutzbunker / Werftbunker zu errichten. Es ist zu vermuten, dass man sich in der Werkleitung von Opel bei Eskalation des Luftkrieges die Errichtung dieser Kriegsmarine-Werkluftschutzbunker neuester Generation „gewünscht“ hat und dieser Wunsch aufgrund der anteiligen Fertigungsarbeiten für die Kriegsmarine dann durch eben diese auch „erfüllt“ werden konnte / durfte.

Dieser Bereich des Opel-Altwerks, auf dem Bunker 2 steht, wurde inzwischen an eine Investorengruppe veräußert.

Auf dem Werksgelände von Opel befand sich zudem ein LS-Turm der Bauart Dietel. Der Luftschutzturm wurde mit dem Namen "Boelcke-Turm" versehen. Nach Hinweisen wurde der Turm kurz nach Kriegsende in Folge der Demilitarisierungsmaßnahmen der Alliierten abgerissen und vollständig entfernt.

Einige Innenaufnahmen des Bunkers. Vielen Dank an Herrn Lebek für die Bereitstellung der Bilder!

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Riss der Bremer Vulkan-Variante

Allgemeine Beschreibung der WLS-Varianten / Werftbunker

Die typischen T 750-Lüftungstürme (Lüftungstürme wurden / werden auch oft als betonierte Schornsteine bezeichnet) sind in einer leicht veränderten Variante auch auf den Dächern der Werkluftschutz-Hochbunker direkt am Vulkanwerftgelände Bremen-Vegesack (der Bunker steht einige hundert Meter östlich des dortigen T 750 in einer leichten Anhöhe nahe der Straße Am Werfttor und besitzt zudem einen Beobachtungsstand mittig des Daches - ähnlich wie der T 750 Emsstraße 2 in Wilhelmshaven) und dem ehemaligen Neptunwerftgelände Rostock zu finden. Sie sind jeweils mittig an der äußeren Kante des Bunkerdaches jeweils an der Splitterschutzvorbauseite angelegt und sind im unteren Bereich etwas höher als ein normaler T 750-Lüftungsturm (der Rostocker Lüftungsturm ist im Unterbereich jedoch mindestens noch einen Meter höher als der Bremer Turm). Ein weiterer Bunker dieser Bauart steht in Höhe Schiffbauerdamm / Am Duckeldamm auf dem Gelände der Nordseewerke Emden. Der Bunker wurde nach dem Krieg entfestigt und dient heute als Lager. Auch im Krieg wird der Bunker teilweise als Lagerbunker für die Nordseewerke-Werft gedient haben. Der Lüftungsturm wurde entfernt. Ein vierter Bunker dieser Bauart stand nahe des nicht fertig gestellten U-Bootproduktionsbunkers "Hornisse" ebenfalls in Bremen. Das Bauwerk wurde kurz nach dem Krieg gesprengt und später dann entfernt. Der fünfte und sechste Bunker dieser Form wurde auf dem Gebiet der Blohm & Voss-Werft in Hamburg errichtet. Bunker 2 / Ost wurde nicht fertig gestellt. Beide Bunker wurden nach dem Krieg gesprengt und vollständig entfernt. Der siebte Bunker dieses Typs wurde in Flensburg auf der Werft errichtet. Er wurde nach dem Krieg entfestigt und wohl in den 1960er Jahren entfernt. Der achte Bunker sollte an der verlängerten Jacobistraße in Wesermünde (Bremerhaven) erbaut werden, wurde jedoch nur im Bereich des Erdgeschosses vollendet. Die Ruine steht noch heute dort. Bunker Neun und Zehn befinden sich auf dem Gebiet der Opelwerke in Rüsselsheim, welche im Krieg unter anderem mit Kriegsmarine-Torpedobau beauftragt waren. Ein elfter Bunker wurde auf dem SKF-Gelände in Schweinfurt gebaut. Er besaß lediglich zwei von ursprünglich vier regulär geplanten Geschossen und wurde 2006 entfernt. Grund für die Errichtung war hier die anteilige Wälzlagerproduktion für die Kriegsmarine durch SKF.

Die elf beschriebenen Hochbunker sind zudem extrem bauartähnlich zueinander. Die Splitterschutzvorbauten sind mehrgeschossig und besitzen Überkragungen als Schutz für die unter diesen befindlichen Zusatztüren. Beim Emder Exemplar wurden diese Überkragungen / Betonfortsätze entfernt.

Der Rostocker Lüftungsturm ist wie geschrieben noch etwas höher als die erhaltene Bremen-Version am Vulkan. Die Überkragung und der obere Eingang des südlichen Rostocker Splitterschutzvorbaues ist linksbündig angeordnet, während der Eingang am östlichen Splitterschutzvorbau in Bremen, welcher sich baulich in gleicher Lage befindet, rechtsbündig angeordnet ist. In Bremen liegen beide oberen Eingänge in einer Flucht (auch der zweite Bremer Bunker hatte beide oberen Eingänge identisch zum Vulkan-Bunker in einer Flucht - identisch zur Lage des Lüftungsturmes Vulkan - angelegt), während dies in Rostock aufgrund der geschilderten Tatsache nicht der Fall ist. Beim Emder Exemplar war die Überkragung am Nordsplitterschutzvorbau rechtsbündig ausgerichtet. Die Lage der südlichen Überkragung war ebenfalls in einer Flucht rechtsbündig. Das fertig gestellte Hamburger Exemplar hatte seine Überkragung am Ostsplitterschutzvorbau linksbündig, also südlich ausgerichtet angebaut. Über die Westüberkragung kann noch nichts gesagt werden.

Diese elf Bunker stellen meiner Meinung nach des weiteren eine abgewandelte Variante der Truppenmannschaftsbunker dar und dürften durchaus mit diesen als "verwandt", wenn man diesen Begriff nehmen darf, bezeichnet werden. Die Bunker sind viergeschossig.

Eine zwölfte Variante wurde 1944 als Schutzbunker der Germaniawerft in Kiel gebaut ("Germania 1"). Der Bunker ist länger als die anderen Typen, besitzt jedoch nur drei Geschosse. Die Vorbauten schließen an der Dachkante ab. Das Bauwerk wird aber ebenfalls zu dieser Baureihe gehören. Variante Dreizehn, die ebenfalls zur Baureihe gehören wird, entstand mitten im Werksgelände der AG Weser in Bremen ("Bunker 49"), unweit entfernt des beschriebenen Bunkers bei "Hornisse"(dies war "Bunker 50"). Der Hochbunker war ein Doppelbunker, zusammengesetzt aus zwei regulären WLS-Varianten, aber mit Bauartabweichungen. Das Objekt stellt das größte bisher bekannte Bauwerk aller Truppenmannschaftsbunker und seiner Varianten dar. 1992 wurde der Bunker abgerissen.

 

Interessant:

Im November 2010 fanden im Inneren des Bunkers Dreharbeiten zum Science-Fiction-Film "Iron Sky" statt:

 

Bei 0:45 ist das Treppenhaus des Bunkers erkennbar.

Bericht auf Echo-online: Hier

 

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www.truppenmannschaftsbunker.de