Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 23.06.12

Objektvorstellung chronologisch von oben (ältester Stand) nach unten (neuester Stand) im Rahmen der Rechercheentwicklung

Der Bunker bei Google Earth: T 750 Kiel 1 Flandernbunker.kmz

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Der Bunker bei Virtual Earth: T 750 Kiel 1 Flandernbunker

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Größere Kartenansicht 

1945

Quelle: Imperial War Museum A28595

Der noch unentfestigte T 750 im Mai 1945, einige Tage nach Kriegsende...

Aufnahmen aus den 1980er Jahren...

 

Vier Truppenmannschaftsbunker 750 wurden nachweisbar in Kiel errichtet, zwei weitere wurden geplant, aber nicht realisiert. Es könnte jedoch unter den zusätzlichen Marinebunkern der Stadt noch weitere Truppenmannschaftsbunker gegeben haben. Aufgrund der fehlenden Aktenlage ist dies bis dato jedoch nicht nachweisbar.

Das hier beschriebene Objekt liegt in Nähe des heutigen Bundesmarinestützpunktes im Stadtteil Kiel-Wik. In Kriegszeiten war dieser Stützpunkt ebenfalls schon vorhanden. Die Kriegsschiffe und U-Boote, welche am damaligen Hindenburgufer im sogenannten Tirpitzhafen lagen, waren aufgrund ihrer zahlreichen Besatzungen Grund dafür, die Kriegsmarine zu veranlassen, dort einen Schutzbunker zu errichten. Gewählt wurde das Muster des Standardbaues "Truppenmannschaftsbunker 750". Bis Ende 1944, bei Eskalation der Angriffe auf Kiel, stand der Hochbunker lediglich den Besatzungen der am gegenüberliegenden Kai liegenden Kriegsschiffe, U-Boote (5.U-Boot-Flottille) und Wohnschiffe offen. Eine Marineleitstelle befand sich ebenso in dem Bau. Hierdurch wird wieder deutlich, dass oft derartige Marineleitstellen in den T 750ern vorhanden gewesen sein mussten. Siehe hierzu T 750 Flensburg 1 und T 750 "Koralle". In der Endphase des Krieges wurde auch der Zivilbevölkerung unter Vorweisung eines Berechtigungsscheines in einige Räume des Bunkers Einlass geboten. Nach dem Krieg wurde der T 750 durch die Alliierten (englische Pioniere) bereits 1946 entfestigt. Die regulär mit 2,75 m / 2,50 m geplante Decke des Bunkers wurde auch hier wie bei den meisten anderen Bunkern dieses Types auf 3,75 m in der Dachmitte mit leichtem Gefälle nach außen (circa 3,50 m Dachkante) während des Baues verstärkt.

An den beiden Seitenwänden ohne Eingangsschutzvorbau wurden jeweils zwei - alle drei Geschosse umfassende - Entfestigungsschächte eingesprengt, die Seitenwände mit Schutzvorbau erhielten eine Entfestigungsöffnung in Höhe der dritten Ebene mit einem Durchbruch direkt mittig in die zweite und erste Ebene, sowie in die Schutzvorbauten. Zwei Entfestigungsöffnungen auf dem Dach wurden eingesprengt. 1950 soll der Bunker teilweise für das Polizei-Beschaffungsamt wieder ausgebaut worden sein. Zu einem zivilen Umbau kam es jedoch nicht mehr. Erst vor kurzer Zeit wurde der Bunker durch eine Initiative wieder als Begegnungsobjekt im friedlichen Sinne "reaktiviert"...

 

Auch hier sehen:

 

Dank an Herrn Jan Schwarzenberg für die Bereitstellung der Fotos.

 

Ansicht Süd West

Ansicht Süd Ost

Hier sind die beiden Entfestigungsöffnungen der Stirnseiten zu erkennen...

Ansicht West

Zu erkennen ist hier die Entfestigungsöffnung der Wand mit Splitterschutzvorbau in Höhe der dritten Ebene, sowie der Schnitt direkt mittig durch Ebene 2 nach unten in den Schutzvorbau.

Dritte Ebene, Treppenhaus, Licht fließt durch eine Dachentfestigungsöffnung und eine Seitenöffnung ein...

Treppenhaus mit dem markanten "Milwaukee"-Schriftzug. Die Milwaukee war eines von drei Schiffen, welche im Marinehafen im Krieg als Wohnschiffe vor dem Bunker lagen. Die hier stationierten Marinesoldaten nutzten 2 Räume im Flandernbunker und haben den Schriftzug dort angebracht...

Ansicht Nord

Trotz der Entfestigungsöffnungen ist noch immer eindeutig zu erkennen, dass es sich hier definitiv um einen T 750 handelt. Das Lüftungsschachtmuster, die Maße und auch die Schutzvorbauten beweisen es.

Das Dach mit Blick auf die Kieler Förde...

Die letzten Reste des U-Bootbunkers "Kilian"...

Die Entfestigungsschnitte durch das Schutzbauwerk bis hinauf in die dritte Ebene...

Entfestigungsöffnungen...

Blick von der zweiten in die dritte Ebene...

Südwand: Unten am Bunker zu sehen die Aufschrift: "....TRUPPEN". Kein Originalschriftzug, sondern nachträglich aus Protest gegen die Siegermächte angemalt...

Genau darüber befand sich jedoch nachweisbar im Krieg der Schriftzug in großen weißen Buchstaben:

Flandernbunker

Direkt darunter befand sich ein kleinerer Schriftzug in gleicher Farbe, dessen Wortlaut noch nicht herausgefunden werden konnte. Links der Schriften befand sich ein weiterer weißer Schriftzug / zweizeilig, in gleicher Größe wie die Schrift unter "Flandernbunker". Auch dieser Textlaut konnte noch nicht herausgefunden werden.

Aufnahme kurz nach Kriegsende...

Maschinenraum...

Reste einer Antenne auf dem Dach...

Inschriften

Dieser T 750 in Kiel ist etwas höher als "normal" angelegt worden.

Neuaufnahmen aus dem November / Dezember 2006:

Vielen Dank an Jan Schwarzenberg für die Bereitstellung der Fotos!

Ab Ende 2006 wurden mühevoll Glasscheiben in die Öffnungen des Bunkers eingesetzt. Das Mauerwerk in den Öffnungen der ersten Ebene wurde dafür entfernt.

Kurz nach dem Einsetzen der Scheiben wurde durch mutwilligen Vandalismus ein Teilbereich zerstört, worauf hin dieser in schwieriger Arbeit wieder ausgetauscht werden musste (siehe Fotos oben).

Neuaufnahmen vom 06.10.2007:

Vielen Dank an Jan Schwarzenberg für die Bereitstellung der Fotos!

Der Bunker wird heute vom Verein Mahnmal Kilian e.V. als Begegnungsstätte genutzt. Nordöstlich des Bunkers wurde eine Kieler Splitterschutzzelle der Marke DYWIDAG aufgestellt.

Artikel über den Bunker in der Kieler Presse im Herbst 2007:

Artikel über den Bunker in der Kieler Presse im Februar 2008:

Der Flandernbunker bei Nacht / 29.06.08:

Trümmer des "Kilian" südöstlich des Bunkers...

2009 wurde durch eine der Abschlussdeckenöffnungen eine Treppe zum Dach geführt. Ein verglaster Aufbau wurde über den Treppenaufgang gesetzt.

Neuaufnahmen im Rahmen eines Besuches der Kieler Woche am 26.06.10:

Infostand des Vereines auf der Kieler Woche:

Weitere Fotos, aufgenommen während eines Kiel-Besuches am 27.03.12:

Diese Seite ist Bestandteil der Präsenz

www.truppenmannschaftsbunker.de