Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 14.07.11

Objektvorstellung chronologisch von oben (ältester Stand) nach unten (neuester Stand) im Rahmen der Rechercheentwicklung

Fünf fast bauartgleiche Luftwaffen-Hochbunker im Bereich Osnabrück, Hannover, Bremen, Dortmund und mit unbekanntem Standort - Ähnlichkeiten zu Truppenmannschaftsbunkern sind unübersehbar...

Baujahr der Bunker: 1944

Hauptbunkerkörper: Länge ca. 20 Meter / Breite ca. 20 Meter

 

I

Osnabrück

Dieser Bunker hätte definitiv einen Lüftungserker an der Wand erhalten. Er hätte sich sehr wahrscheinlich in Höhe Ebene 3 befunden. Ein klares Indiz, dass hier mehr als zwei Ebenen geplant waren. Sein Standort wäre an der Nordwand des Bunkers, westlich ausgerichtet, gewesen.

Osnabrück: Der Hochbunker an der Rudolfstraße wurde nicht vollendet. Der Bunker besaß nur zwei Geschosse. Mindestens drei Geschosse waren geplant. Die Abschlussdecke wurde daher nicht mehr gegossen. Die Dimensionen des Bunkers waren denen der Truppenmannschaftsbunker sehr ähnlich. Die Fertigstellung dieses Bunkers erfolgte wie geschrieben nicht, er war innerlich lediglich im Rohbaustadium und ein drittes oder gar viertes oder fünftes Geschoss samt Abschlussdecke fehlte, als der Bau eingestellt wurde.

Das Bauwerk sollte als FLUKO (Flugwachkommando)-Bunker dienen.

Er diente in späten Kriegstagen der Zivilbevölkerung (als das FLUKO abgezogen war) lediglich als Splitterschutzraum. Es ist zumindest stark zu vermuten, dass der Bunker an der Rudolfstraße in Osnabrück drei Geschosse erhalten sollte. Weitere geplante Ebenen sind jedoch nicht völlig auszuschließen. Anfang der 1990er Jahre wurde der Bunker entfernt.

Der Bunker im Krieg...

Vor dem Abriss...

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Während des Abrisses...

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Osnabrück

 

II

Hannover

Der Lüftungserker dieses Bunkers befindet sich an der Ostwand, nördlich ausgerichtet, im Bereich der Ebene 2.

Hannover: Mehr durch Zufall wurde herausgefunden, dass der noch heute existente Luftwaffen-Hochbunker an der Borchersstraße in Hannover-Kirchrode ein fast baugleicher Bunker zum Anfang der 1990er Jahre entfernten Hochbunker Rudolfstraße in Osnabrück ist. Nur besitzt (besaß) das Hannoveraner Exemplar drei Ebenen. Die Abschlussdecke ist jedoch ebenfalls nicht gegossen worden. Es kann daher stark davon ausgegangen werden, dass auch das Osnabrücker Exemplar drei Ebenen erhalten sollte, von denen bekanntlich zwei fertig gestellt wurden. Der Hannoveraner Bunker besitzt die gleichen Splitterschutzvorbauten, den gleichen hervorgehobenen Simsbereich an einem der Vorbauten, sowie die gleichen Luftschachtleisten über dem straßenseitigen Vorbau. Heute beherbergt der Bunker eine Museumsausstellung. Und zwar das "Museum für Textile Kunst" mitten im Bunker an der Borchersstraße 23: http://www.museum-fuer-textile-kunst.de Auf der Seite ist von "4 Meter hohen Wänden" im Bunker die Rede. Die Zwischendecke vom OG1 / Ebene 2 zum OG2 / Ebene 3 wurde 1994 während des Umbaues großteilig entfernt, wie auch der oberste Bereich der Innenwände des OG2 / Ebene 3, daher die jetzigen hohen Räumlichkeiten. Die Außenwände des Bunkers sind intakt. Auf dem Bunker wurde ein Penthouse gebaut.

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Hannover

 

III

Bremen

Der Lüftungserker dieses Bunkers befindet sich an der Nordwestwand, südwestlich ausgerichtet, im Bereich der Ebene 3.

Siehe zu diesem Bunker auch Hier unter www.relikte.com.

Bremen: Auch in Bremen-Schwachhausen existiert an der Scharnhorststraße ein bauartgleicher Luftwaffen-Hochbunker mit (höchstwahrscheinlich) drei Ebenen. Hier wurde auch die Abschlussdecke gefertigt. Ebenfalls wurde auch dieser Bunker, der als Stabsbunker für den Bremer Flakabschnitt B diente, mit einem Penthouse überbaut. Erkennbar sind die gleichen Splitterschutzvorbauten. Diese sind bei allen fünf Exemplaren - Osnabrück / Hannover / Bremen / Dortmund / unbekannter Standort - nicht identisch zueinander. Der jeweils zur Straße bzw. zum öffentlichen Raum zeigende (!) Vorbau ist mit Ausnahme Dortmunds (dort ist er westlich / nicht direkt an der Straße angebaut / über den Bunker mit unbekanntem Standort kann diesbezüglich nichts ausgesagt werden) länger und besitzt einen hervorgesetzten Simsbereich, der rückwärtige, entgegengesetzte Splitterschutzvorbau ist etwas kürzer, leicht versetzt zum Vordervorbau und ohne Simshervorsetzung (der Dortmunder Bunker besaß jedoch auch dort eine Hervorsetzung). Zudem sind die beiden Vorbauten in allen Fällen jeweils relativ nahe an den Außenwandecken des Hauptbunkerkörpers angesetzt, beginnen aber nicht direkt bündig mit dessen Ecken.

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Anmerkung: Die Aufnahme entstand noch vor der Überbauung des Bunkers. Erkennbar ist, dass das Dach aber schon vorher in der Nachkriegszeit bereits leicht verändert / saniert wurde (eventuell für Zivilschutzherrichtung). Stand 07/11. Die Aufnahme kann natürlich jederzeit aktualisiert werden, sodass dann das Penthouse auf dem Bunkerdach zu erkennen ist.

Bremen

 

IV

Dortmund

Der Lüftungserker dieses Bunkers befindet sich an der Nordwand, westlich ausgerichtet, im Bereich der (oberirdischen) Ebene 2.

Dortmund: In Dortmund befindet sich der vierte Bunker dieses Typs. Er steht an der Ecke Landgrafenstraße / Wittelsbacherstraße. Das Bauwerk besitzt lediglich zwei Geschosse. Es wurde vollendet und verfügt über die komplette Abschlussdecke. Zudem besitzt der Bunker ein Kellergeschoss. 2001 wurde der Bunker um- und überbaut (ebenfalls mit Penthousewohneinheiten). Vier Entfestigungsschnitte (zwei davon in Halbbogenform) wurden eingebracht, der kleinere Splitterschutzvorbau wurde teilweise abgetragen und durch einen neuen Anbau ersetzt. Es ist erstaunlich, dass die meisten dieser Bunker überbaut wurden. Die kubische Form und die massive Bauweise scheint einen Überbau geradezu anzubieten. Der Lüftungserker am Dortmunder Bunker ist bis auf kleinere Abweichungen identisch zu demjenigen des Hannoveraner Objektes, dem des Bremer Bunkers und demjenigen des Objektes mit unbekanntem Standort. Das Bauwerk dient heute zudem als Logenhaus.

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Dortmund

 

V

Unbekannter Standort

Unbekannter Standort: Von diesem Bunker ist fast nichts bekannt. Es ist unklar, wo er gebaut wurde und ob er überhaupt noch existiert. Er dürfte über zwei oberirdische Geschosse verfügt haben. Erkennbar wieder der typische Lüftungserker. Auch zu sehen ist einer der Splitterschutzvorbauten, hier der längere, mit Simshervorhebung. Ob der Bunker mit einem Kellergeschoss ausgestattet wurde, kann nicht gesagt werden. Der Bunker wurde jedoch definitiv vollendet, was am Simsbereich des Hauptbunkerkörpers erkennbar ist. Die Frage lautet: Wo stand oder steht dieser fünfte Bunker?

Der Lüftungserker dieses Bunkers befindet sich im Bereich der Ebene 2.

Unbekannter Standort

 

Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich hier um einen in Serie gefertigten Luftwaffen-Hochbunker handelt, ähnlich wie die Truppenmannschaftsbunker der Kriegsmarine. Betrachtet man nun die mehr oder weniger "fertigen" Exemplare in Hannover, Bremen, Dortmund und denjenigen mit unbekanntem Standort, ist durchaus eine Ähnlichkeit zu Truppenbunkern der Kriegsmarine erkennbar. Ob die Bunker in Bremen und Dortmund einen Lüftungsturm besaßen / besitzen, ist unklar, da das jeweils aufgesetzte Wohnhaus den Blick verdeckt. Da bei diesem Bunkertyp Lüftungserker angebaut wurden, ist ein Lüftungsturm jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Auch auf dem Bunker mit unbekanntem Standort ist kein Turm zu erkennen. Neben den fünf nun bekannten Exemplaren werden sicherlich noch weitere Luftwaffen-Hochbunker dieser Art gebaut worden sein...

 

Verdacht

Krefeld

Krefeld: Ein Verdachtsbunker in Krefeld, 1944 gebaut, ebenfalls wie die hier vorgestellten Objekte mit einem Hauptbunkerkörper von etwa 20 mal 20 Metern, befindet sich an der Geldernschen Straße. Der Bunker wurde nicht vollendet, besitzt zwei Geschosse aber keine Abschlussdecke. Zudem weist er nur einen Splitterschutzvorbau auf. Die andere Seite des Bunkers befindet sich direkt an einem historischen Haus angesetzt. Der vorhandene Vorbau ist hier jedoch doppelt so lang, wie es bei den Luftwaffen-Hochbunkern üblich ist. Vor einiger Zeit stand der Bunker zum Verkauf.

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Krefeld

 

Ausland:

Weitere, diesem Luftwaffen-Hochbunkertyp äußerst ähnliche Bunker wurden interessanterweise auch im ehemals deutsch besetzten Ausland erbaut. Bekannt sind bisher folgende Objekte:

In Dänemark in Kolding an der Straße Rømøvej direkt westlich neben einem noch heute existenten FL 250-Luftwaffen-Regelbau:

 
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Am rechten Bildrand ansatzweise erkennbar der FL 250. Ziemlich mittig im Bild, westlich davon der Hochbunker. Gut zu sehen die Dachkante.

Kolding

Der Bunker existiert noch heute, besitzt zwei Geschosse und ist von der Grundform und vom Innenaufbau den hier vorgestellten Objekten äußerst ähnlich. Er wurde direkt in einen Hang eingebaut. Der Hang wird im Krieg bereits existiert haben.

In Holland wurden zwei dem Bunker in Kolding baugleiche Objekte in der Region Den Haag errichtet. Einer in Scheveningen mit zwei Geschossen und einer im nahen Huiven, dieser wurde nicht vollendet. Nur das Erdgeschoss wurde realisiert. Die genauen Standorte sind unbekannt. Ob die Objekte noch existieren, ist nicht bekannt.

Ein weiterer Bunker dieser Art entstand im holländischen Utrecht im Bereich Servaasbolwerk. Ebenfalls zweigeschossig und zur Tarnung mit einer Hauswandattrappe verblendet. Der Bunker wurde 2004 abgerissen.

Über angesetzte Lüftungserker an den Bunkern ist nichts bekannt. Jedoch stimmen die Splitterschutzvorbauten mit denen der oben vorgestellten Bunker weithin überein.

Alle diese vier Objekte, die den Luftwaffen-Hochbunkern in Deutschland sehr ähnlich waren, wurden für das FLUKO (Flugwachkommando) errichtet. Und zwar als so genannte "Grosse-Luftwaffen-Vermittlungen". Es handelt sich hierbei um Fernsprechvermittlungen. Es ist daher zu vermuten, dass auch die Objekte in Deutschland für diesen Zweck gebaut wurden und es sich bei den Bunkern tatsächlich um einen Regelbau-ähnlichen Luftwaffen-Einheitstyp, so wie die Kriegsmarine-Truppenbunker, handelt.

 

Wer besitzt Nahaufnahmen und weitere Infos bezüglich dieser Bunker in Osnabrück, Hannover, Bremen, Dortmund und demjenigen mit unbekanntem Standort (und eventuell weiterer Exemplare)?

Was hat es mit den ähnlichen Bunkern im Ausland auf sich?

 

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www.truppenmannschaftsbunker.de